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Europa gewinnt den Rydercup mit 14,5 : 13,5

Grandiose Aufholjagd der Europäer nach einem schwachen Auftakt

01.10.2012  Mit einem Ergebnis von 10:6 für das Team USA und damit vier Punkten Rückstand waren die zwölf europäischen Spieler um Kapitän José María Olazábal nach den beiden ersten Tagen in die Singles am Finaltag des 39. Ryder Cups im Medinah Country Club gegangen und hatten damit vor den zwölf Singles nur noch Außenseiterchancen. Die letzten beiden Matches am Vorabend, die die Europäer gewonnen hatten (nachdem es zwischendurch sogar schon 10:4 für die US Amerikaner stand) hatten aber nicht nur zwei wichtige Punkte, sondern auch viel Mut und das Momentum in die Teamräume und Herzen der Europäer gebracht.  Dann die Kehrtwende: Mit acht Siegen und nur drei Niederlagen bei einem Remis schaffte das Team Europa am Finaltag noch die Wende.

Die Singles am Finaltag bringen den Turnaround für das Team Europa

Es war angerichtet für ein spannendes Finale am Course #3 des Medinah Country Club. Medinah ist ein nordwestlicher Vorort von Chicago im US-Bundesstaat Illinois. Im Unterschied zu Wales 2012 sind die Amerikanischen Veranstalter vom Wetterglück verfolgt - drei Tage lang scheint nur die Sonne. Wie in Trance drehten Ian Poulter, Luke Donald, Rory McIlroy, Justin Rose und Paul Lawrie den Rückstand gleich mit den ersten fünf Matches in einen 11:10-Vorsprung. Spannend ging es mit abwechselnden Punkten von Dustin Johnson (USA), Zach Johnson (USA), Sergio Garcia, Jason Dufner (USA) und Lee Westwood weiter, bis alles an Martin Kaymer und Francesco Molinari hing. Es stand 13:13, einer von beiden musste sein Match gewinnen. Und beide lagen zu diesem Zeitpunkt all square auf den letzten Löchern.

Der 27-Jährige Deutsche Martin Kaymer nahm das Heft in die Hand, verwandelte wichtige Putts und ging mit 1 auf an das letzte Tee. Sein Drive kam etwas rechts heraus, der Schlag ins Grün ließ gute fünf Meter für den Birdie-Putt. Sein Gegner Steve Stricker musste im "Madhouse Medinah" vor weit mehr als 30.000 Zuschauern - und hunderten Millionen an den TV-Geräten - als erstes putten. Er ließ sich noch etwa zwei Meter zum Par. Nachdem Kaymer Nerven zeigte und rund eineinhalb Meter über das Loch puttete, verwandelte Stricker seinen zum Par. Damit lag aller Druck und Hoffnung auf den Schultern des Deutschen. Die Zeit schien still zu stehen, als Kaymer die Putt-Linie laß - und den Ball nach ein paar Pendelbewegungen zur Probe Mitte Loch versenkte. Punkt 14 und Sieg!

"Jetzt weiß ich, wie es sich anfühlt, einen Ryder Cup zu gewinnen", waren Kaymer's Worte wenige Minuten später. Er schaute kurz auf, sammelte sich für den Bruchteil einer Sekunde, realisierte, was er gerade geschafft hatte, ballte die Fäuste, schrie und rannte seinem Kapitän in die Arme. Schock auf Seiten der Amerikaner, unbändige Freude und Erleichterung bei allen Europäern. 

Im letzten Flight verschob wenige Minuten später Tiger Woods noch seinen kurzen Putt zum Sieg und gab einen weiteren halben Punkt an Francesco Molinari ab. Endstand: 13,5 zu 14,5 für Europa, mit 3,5 zu 8,5 Punkten in den Einzeln.

In Gedanken bei Ballesteros

Europas Kapitän Jose Maria Olazabal schloss nach dem entscheidenden Putt von Kaymer die Augen und drehte sein Gesicht Richtung Himmel. „Seve (der im Vorjahr verstorbene mehrfache Ryder-Cup-Sieger und spätere Kapitän Ballesteros, Anm.) wird immer mit diesem Team verbunden sein“, sagte er. „Er war ein wichtiger Faktor für dieses Turnier und für die Europäer. Bei unserem gestrigen Meeting haben die Burschen verstanden, dass der Glaube an sich selbst die wichtigste Sache ist.“

Der Weltranglistenerste Rory McIlroy freute sich mit seinen Teamkollegen: „Das ist das speziellste Turnier, das es gibt, Punkt. Es gibt nichts Besseres, als einen Sieg mit seinen Teamkollegen zu feiern.“ US-Kapitän Davis Love konnte die Niederlage im ersten Moment gar nicht fassen. „Wir sind alle irgendwie perplex, es ist ein wenig schockierend. Wir haben so gut gespielt, jeder in unserem Team hat gut gespielt.“

Erst vierter Sieg auf US-Boden


Siegreicher Euro-Captain: Jose-Maria Olazabal
Mit seinem Match-Winner hatte Martin Kaymer dafür gesorgt, dass Europa erst zum vierten Mal seit der Einführung 1927 von Samuel Ryder die damals gestiftete, kleine, goldene Trophäe auf US-Boden gewinnen konnte. Und dies nach einem solch schwachen Auftakt mit zwischenzeitlich sechs Punkten Rückstand auf das zuvor gnadenlos und lautstark punktende Team USA. Man war sich lange sicher, US-Kapitän Davis Love III habe alles richtig gemacht, seine Mannen bestens vorbereitet, der Fehler könne vielleicht doch bei Olazábal liegen. Oder waren die Europäer einfach zu schwach? Ihr Kapitän und Ballesteros-Buddy Olazábal sollte sie alle eines besseren belehren. Und das von ihm mit dem Seve-Schwur verzauberte Team ebenfalls. Mit Herzensgolf, bärenstark, wollte sich nicht geschlagen geben, wachte in letzter Sekunde auf. Die wichtigen Putts fielen.





USAEuropa13,5:14,5

Einzel am Sonntag:
Bubba WatsonLuke Donald0:1 (2&1)
Webb SimpsonIan Poulter0:1 (2 auf)
Keegan BradleyRory McIlroy0:1 (2&1)
Phil MickelsonJustin Rose0:1 (1 auf)
Brandt SnedekerPaul Lawrie0:1 (5&3)
Dustin JohnsonNicolas Colsaerts1:0 (3&2)
Zach JohnsonGraeme McDowell1:0 (2&1)
Jim FurykSergio Garcia0:1 (1 auf)
Jason DufnerPeter Hanson1:0 (2 auf)
Matt KucharLee Westwood0:1 (3&2)
Steve StrickerMartin Kaymer0:1 (1 auf)
Tiger WoodsFrancesco Molinari0,5:0,5

Fourballs am Samstag:
D. Johnson / KucharColsaerts / Lawrie1:0 (1 auf)
Watson / SimpsonRose / Molinari1:0 (5&4)
Woods / StrickerGarcia / Donald0:1 (1 auf)
Dufner / Z. JohnsonMcIlroy / Poulter0:1 (1 auf)

Foursomes am Samstag:
Watson / SimpsonRose / Poulter0:1 (1 auf)
Bradley / MickelsonWestwood / Donald1:0 (7&6)
Dufner / Z. JohnsonColsaerts / Garcia1:0 (2&1)
Furyk / SnedekerMcIlroy / McDowell1:0 (1 auf)

Fourballs am Freitag:
Watson / SimpsonLawrie / Hanson1:0 (5&4)
Mickelson / BradleyMcIlroy / McDowell1:0 (2&1)
D. Johnson / KucharRose / Kaymer1:0 (3&2)
Woods / StrickerWestwood / Colsaerts0:1 (1 auf)

Foursomes am Freitag:
Furyk / SnedekerMcIlroy / McDowell0:1 (1 auf)
Mickelson / BradleyDonald / Garcia1:0 (4&3)
Dufner / Z. JohnsonWestwood / Molinari1:0 (3&2)
Stricker / WoodsPoulter / Rose0:1 (2&1)



Ryder Cup (Homepage)

Medinah Country Club (Homepage)


Ryder Cup Geschichte
Ryder Cup Format

Rydercup 2010 in Wales: Europa besiegt USA hauchdünn mit 14,5 : 13,5 (02.10.2010)

Die USA gewinnen den Rydercup in Valhalla, Kentucky 16,5 : 11,5 (22.09.2008)

Europa gewinnt den Rydercup 2006 in Irland (26.09.2006)


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