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Golfclub Richardhof

Golfen im Wienerwald mit Blick über das Wiener Becken

Richardhof mit Anniger im Hintergrund
November 2008 - Was gibt's schöneres, als an einem Novembertag mit spätsommerlichen Temperaturen bis zu 20 Grad das Büro fluchtartig zu verlassen und eine 9-Loch Runde Golf  im Wienerwald zu spielen. Über den Weinbergen von Gumpoldskirchen, am Fuße des Anningers, eingebettet in wunderschöner Naturlandschaft, liegt der Gutshof Richardhof mit dem Golfclub Richardhof. Der Ausblick nach Osten über das Wiener Becken reicht an klaren Tagen bis nach Ungarn.

9-Loch Golfplatz oberhalb des weltbekannten Weinorts Gumpoldskirchen

Sie erreichen den Platz von Wien kommend über Mödling, an der HTL vorbei fahren sie auf der Weinstraße Richtung Gumpoldskirchen, dem weltbekannten Weinort. Rund einen Kilometer nach Mödling, am höchsten Punkt der Straße (beim Haus an der Weinstraße - einem beliebten Ausflugsgasthaus mit herrlichem Panoramablick über Mödling) biegen sie rechts von der Weinstraße ab. Von hier ist der Golfclub beschildert - sie fahren jetzt noch ca. einen Kilometer durch den Wald leicht bergauf bis zum Richardhof - einem beliebten Ausflugsziel am Fuße des Anningers (der Berg im Wienerwald mit dem signifikanten und weithin sichtbaren Telekom Austria Sendemasten). Am Richardhof mischen sich Wanderer mit Golfern, Reitern und anderen Tagesausflüglern.

Der Richardhof als beliebtes Ausflugsziel

Blick vom Tee 1 (Par 4) hinunter zum Fairway
Der Richardhof ist Ziel vieler erholungssuchender Touristen und Wanderer, die den Wienerwald seit Generationen lieben. Zentrum der Anlage ist der Gutshof mit angrenzender Landwirtschaft und dazugehörendem Weinbau und ein Hotel & Restaurant. Neben der Golfanlage gibt es auch noch einen Reitclub. Das Sekretariat des Golfclubs ist in einem kleinen Nebengebäude des Gutshofs untergebracht.

Vier der neun Golflöcher und die Drivingrange liegen unterhalb des Gutshofs und damit unterhalb des Parkplatzes, die restlichen fünf Golflöcher liegen oberhalb des Gutshofs.
Die wenigsten wissen, dass die gesamte Anlage im Gegensatz zu anderen Golfplätzen nahezu ohne Chemie, also Kunst-Dünger und Unkraut-Gifte, auskommt. Eine Entscheidung, die die tägliche Pflege des Golfplatzes erschwert, aber die aus voller Überzeugung und aus Rücksicht auf die unwiederbringliche Natur des Wienerwaldes getroffen wurde. Es ist eine naturnahe, romantische Anlage, leistbar und spielbar auch für Familien und Anfänger. Die Grasflächen werden schonend behandelt. Ein Ort des Rückzugs, der Entspannung, der frischen Luft am Puls der Natur.

Grün 3 (Par 3) am Waldrand

Am Richardhof finden Golfer eine große Driving Range mit 30 Abschlagplätzen, die allerdings - etwas gewöhnungsbedürftig - eine Hanglange nach unten aufweist, als Entschädigung aber einen wunderbaren Blick über das Wiener Becken erlaubt. Weiters gibt's ein gepflegtes Putting Green direkt vor den Restaurant (wundern sie sich nicht, wenn sie von Tagesausflüglern beim Üben beobachtet werden) und eine neu angelegte Pitching- und Chipping-Area.

Sehr einfaches Clubhaus im Nebengebäude des Gutshofs

Das Clubhaus des GC Richardhof
Das Clubhaus des GC Richardhof ist sehr einfach und in einem Nebengebäude des Gutshof gleich am Beginn des Areals untergebracht. Die Damen im Sekretariat haben einen freundlichen und kompetenten Eindruck hinterlassen. Zum Start geht's zuerst runter über die Zufahrtsstraße zu Tee 1. Die ersten vier Löcher - es sind dies die ursprünglichen vier Löcher ehe der Platz vor Jahren auf 9 Loch erweitert wurde - liegen unterhalb der Zufahrtsstraße auf einer riesigen Wiese, die von Wald umgeben ist. Die Reihenfolge der Löcher am Richardhof wurde übrigens in den letzten Jahren getauscht - ursprünglich waren die fünf Löcher oberhalb des Sekretariats die Startlöcher und die Löcher unterhalb der Straße waren die Abschlusslöcher, jetzt ist es umgekehrt.

Blinde Schläge

Wegweiser am Richardhof
Loch 1 ist ein kurzes Par 4 (Herren 249 m), das bergab von einem erhöhten Tee am Waldrand gespielt wird. Es ist ein leichtes Dogleg nach rechts, das Grün liegt wunderschön am Waldrand am unteren Ende der Wiese. Loch 2 führt parallel zu Loch 1 wieder bergauf, es ist ein langes Par 3 (182 m). Loch 3 ist ein 133 m langes Par 3 mit einem wunderschön gelegenem Grün am Waldrand. Loch 4 (Par 3, 159 m) führt parallel zu Loch 3 wieder leicht bergauf, das Grün liegt zwischen einem Sandbunker links, der gefährlich vor das Grün züngelt und dem Wald rechts. Das Grün selbst ist langgezogen und durch eine Welle in zwei Teile geteilt - also recht tricky.
Jetzt geht's zurück über die Zufahrtsstraße, am Clubhaus vorbei zu Tee 5 oberhalb des Gutsgebäudes. Loch 5 ist ein bergauf führendes zweifaches Dogleg Par 5 (482 m). Der Teeshot führt über ein Biotop, das in den letzten Jahren allerdings entschärft wurde, in das bergauf führende Fairway. Oben an der Kuppe wird die Bahn sehr eng - links lauert das Out und es ist ein blinder Schlag über die Kuppe. Zum relativ kleinen Grün geht es dann noch leicht bergab. Loch 6 (Par 4) führt dan parallel zu
Grün 6 (Par 4) vom Tee 5 aus gesehen
Loch 5 wieder bergab. Ein blinder Teeshot lässt keine andere Wahl als sich an die Richtungsstange zu orientieren. Das Grün liegt weit unten im Flachen, oberhalb des Clubhauses. Loch 7 (ein kurzes Par 5) führt parallel zu Loch 6 wieder steil bergauf, wieder über eine Kuppe, die mit einem blinden Schlag überwunden werden muss, auf ein verdammt kleines Grün, das alle Bälle nach links unten rollen lässt, wo ein Sandbunker lauert. Dann geht's von Grün 7 durch den Wald steil hinauf zu Tee 8. Loch 8 ist ein Dogleg links Par 4 mit einem blinden Abschlag durch eine Waldschneise hinab in eine Waldlichtung. Wenn sie mit dem Teeshot zu kurz sind, kommen sie mit dem zweiten Schlag nicht um die Waldecke, wenn sie zu lang sind, dann sind sie im Out. Wenn sie Glück haben und den Teeshot genau ins Dogleg setzen, dann haben sie theoretisch die Chance mit dem zweiten Schlag das Grün zu erreichen. Zur Sicherheit der Golfer, die an diesem Loch in einem von der Teebox uneinsehbaren Dogleg weiterspielen, wurde ein mechanische Signal errichtet (ähnlich einem Eisenbahnsignal), das über einen Seilzug vom Ausgang des Doglegs bedient wird und dem Golfer am Abschlag signalisieren soll, dass das Dogleg frei ist. Eine gutgemeinte Maßnahme, die darauf schließen lässt, dass es bastelnde Mitglieder gibt. Loch 9 zum Abschluss ist ein Dogleg rechts Par 4 bergab. Die Teebox liegt weit oben im Waldeck, das Fairway ist breit, aber links lauert der Wald und Out. Wer die Tiger Line spielen will, muss rechts das Biotop überqueren und einen sehr, sehr langen Teeshot haben.

Laubkehren am Grün mit dem Putter - wo sind die Greenkeeper ?

Blick auf das Grün 6 vom Fairway aus
Der Platz ist in einem besseren Pflegezustand als noch vor einigen Jahren, als beispielsweise noch regelmäßig Unkraut an den Teeboxen vorzufinden war. Negativ aufgefallen ist mir allerdings, dass offenbar längere Zeit das Laub nicht von den Grüns entfernt wurde. Grün 3 war schon so voll mit Laub, dass ich vor dem Putten mit dem Putter erst mal eine laubfreie Linie am Grün "kehren" musste. Das wäre eigentlich Aufgabe der Greenkeeper. Auch die Bunker sind in einem eher schlechten Zustand. Aber das große Manko des Platzes ist und bleibt für mich das Platzdesign mit den vielen blinden Schlägen auf den Löchern oberhalb des Clubhauses. Das ist nervend und unfair.

Finanzielle Schwierigkeiten

Die Greenfee von EUR 20.- während der Woche für 9-Loch ist zwar nicht viel - ob man sich gegen die 9-Loch Plätze in der Umgebung (Breitenfurt, Leopoldsdorf) auf Dauer durchsetzen wird können, ist fraglich. Von meiner Flightpartnerin - einem Clubmitglied - wurde mir gerüchteweise geflüstert, dass der Golfclub Richardhof finanziell in einer Krise steckt bzw. pleite sei und möglicherweise Franz Wittmann (ÖGV Präsident und Betreiber vom Golfclub Adamstal) am Golfclub Richardhof einsteigen soll. Vor Jahren schon hat man von einer Erweiterung der Golfanlage auf 18 Loch gesprochen - Platz dafür wäre in Form der riesiegen Wiese zwischen Zufahrtsstraße und Gumpoldskirchner Weinstraße vorhanden.

Zusammenfassung

Über den Weinbergen von Gumpoldskirchen, am Fuße des Anningers, eingebettet in wunderschöner Naturlandschaft, liegt der Golfclub Richardhof. Der Ausblick nach Osten über das Wiener Becken reicht an klaren Tagen bis nach Ungarn.
Die 9-Loch Anlage ist in einem wesentlich besseren Pflegezustand als noch vor einigen Jahren. Grobe Designmängel in Form von blinden Schlägen können aber nicht wettgemacht werden. Die Anlage ist tendenziell eher für Anfänger und Familien ausgelegt.


Beurteilung aus der Sicht eines Greenfee-Gastes:

Anreise
2
Landschaft
1
Clubhaus
3
Personal Sekretariat
2
Übungsanlagen
2
Platzdesign
4
Pflegezustand
2
Restaurant
2
Wohlfühlfaktor
2
Preisleistungsverhältnis
2
Homepage
3
TOTAL
2,50


(Schulnotensystem)

n.g. nicht getestet


Golfclub Richardhof


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